Piodão, Portugal, Schieferdorf

Piodão - Schieferdorf

Portugal Portugal
Piodão

Piódão berühmtes Schieferdorf in Portugal



Region: Zentrum, Landkreis Arganil, Serra da Estrela
Informationen zu anderen historischen Schieferdörfern in Portugal: http://www.aldeiasdoxisto.pt
Piódão ist ein kleines Schieferdorf im Landkreis » Arganil. In der abgeschiedenen Gegend lebten im Jahre 2001 nur 224 Einwohner, meist ältere Menschen. Zur Gemeinde Piodao zählen folgende Dörfer und Landsitze: Malhada Chã, Chãs d′Egua, Tojo, Fornea, Foz d′Egua, Barreiros, Covita, Torno, Casal Cimeiro, Casal Fundeiro. Wenn man von der alten Universitätsstadt Coimbra Richtung Gebirge Serra da Lousã fährt, kommt man ins Hinterland, in die Beiras, wie diese gebirgige Region nahe der Serra da Estrela heißt. Kurvige schmale Straßen durchqueren die bergige einsame Landschaft.

Casa da Padaria Piodao Piodao Piodao Piodao
Fotos: © Samuel Santos, © Sergon Photos
Hinter einer Serpentine dann wird von weitem Piódão sichtbar, eines der besterhaltensten und ältesten Bergdörfer Portugals. Dicht an dicht gedrängt stehen die mehrstöckigen dunklen Häuser am steilen in Terassen unterteiltem Berghang von "Montes Herminios". Das Baumaterial der zwei-oder dreistöckigen Häuser und Straßenpflasterung besteht aus Schieferplatten der Serra de Açor (Glimmerschiefer für die Wände und Schiefer-Schindeln für die Dächer). Als Baumaterial kam nur dieses Glimmer-Schiefergestein in Frage, anderes gab es nicht. Der gebrochene Schiefer wurde solange geschichtet, bis eine Wand enstand. Die Schiefer-Dächer sind meist schwarz, die kleinen Sprossenfenster wurden kornblumenblau gestrichen. Die Gebäude wurden wohlüberlegt erbaut, alles ist zweckmässig und der Landschaft angepasst: im unteren Teil die Ställe, darüber der Wohnraum und oben die Scheune für die Ernte. Die strahlend weiße Kirche, deren Eckpfeiler himmelblau umrandet sind und die tiefrote Eingangstür, hebt sich markant von den dunklen Häusergruppen des Schieferdorfes ab. Ein Dorf wie aus dem Märchen. Tagsüber bauen einheimische Händler auf dem Marktplatz neben dem Café ihre Stände auf und verkaufen handgearbeitete Souveniers: Körbe, Schnitzarbeiten, Kleidung aus Schafswolle und Lebensmittel wie Frischkäse, hausgemachte Konfitüre, Honig sowie Honigschnaps typisch für diese Region. Hier findet man ebenfalls den berühmten Medronho (Aquardente de Medronhos). Medronho ist ein portugiesischer Obstschnaps aus Früchten vom Erdbeerbaum nach uralten Rezepten gebrannt. Einen kommerziellen Anbau von Medronho gibt es bis jetzt nicht. Die Früchte werden in mühsamer Handarbeit im umliegenden Gebirge gesammelt und nach alten Rezepten verarbeitet.

Piodão
Foto: © Gerhard Palnstorfer
Wenn man sich dem Dorf nähert, sieht man als erstes inmitten der Häuser am Hang die weißblau gestrichene Kirche. Sie stammt aus dem 17. Jahrhundert. An der Außenfront am Eingangstor befindet sich eine Heiligenfigur. Weiterhin ist das Museum von Piódão sehenswert, wo Erinnerungen an das Leben der Bergbewohner aufbewahrt werden. Das Kirchlein S. Pedro, die Kapelle der Seelen und die Brunnen im Dorf sollte man sich ebenfalls ansehen. Das Auto muss man auf dem Marktplatz am Café stehen lassen und zu Fuß durch die schmalen Gassen gehen. Mit dem Auto würde man auch gar nicht durchkommen. Jede Ecke, jede Eingangstür, jedes Fenster, gibt dem Besucher das Gefühl, das Dorf mit den dicht gedrängten Schieferhäusern und der bergigen Umgebung, so unwirklich es erscheint, fotografieren zu müssen, damit später zu Hause auch geglaubt wird, was man berichtet ...

Piodão
Foto: © Samuel Santos
Die rund 150 Häuser sind rekonstruiert und sehr gut erhalten. Piódão wurde als eines von 10 Schiefer-Dörfern unter Denkmalschutz gestellt und mit Hilfe von EU-Mitteln neu errichtet. Bis in die siebziger Jahre war das einst völlig isolierte Dorf nicht ans Straßennetz angeschlossen und nur über Bergpfade erreichbar. Diese Pfade waren manchmal so eng, dass zwei Ochsengespanne nicht gleichzeitig durchpassten. Inzwischen gibt es eine asphaltierte fahrtaugliche Straße. Die Einwohner leben hauptsächlich, wie in alten Zeiten von der Landwirtschaft. Sie bauen Mais an, Kartoffeln, Bohnen und Wein. Einige besitzen Schaf-und Ziegenherden. Am Dorf vorbei rauscht ein Bach und die umliegenden Berge geben dem Ort dieses unbeschreibliche Flair, völlig von der restlichen Welt abgeschnitten zu sein.

Piodão
Foto: © Samuel Santos

Es ist ab dem Sonnenuntergang das einzige Geräusch, was zu hören ist. Im 1999 rekonstruierten Casa da Padaria, heute Ferienwohnung, befand sich früher die Bäckerei. Früh am Morgen holten Mädchen in Körben das Brot und verteilten es im Dorf. Die umliegenden Gehöfte wurden ebenfalls beliefert, die Backware schleppte ein Esel. Der Mann kündigte sein Ankommen mit einem Signalhorn an. An den Wochenenden machten sich dann Dorfbewohner auf den beschwerlichen Weg in den nächsten Ort Richtung Markt. Nach und nach verödete das Dorf. Die jungen Leute waren nicht mehr bereit, ihr Leben in diesem abgeschiedenen Ort im Gebirge zu verbringen. Sie zogen in die Städte und suchten sich dort ein Auskommen. Im Jahre 1978 wurde das Dorf in das Programm der "Historischen Dörfer Portugals" aufgenommen. Die pittoresken Häuser, kleinen Kapellen und die Kirche erstrahlten nun wieder im alten Glanz, sehr zur Freude der Besucher. Haupteinnahmequelle der Einwohner ist nun der Tourismus.
Piódão Restaurants
Restaurante Fontinha, Tel: (+ 351) 23 5731151
Solar dos Pachecos, Restaurante, Snack-Bar, Tel: (+ 351) 23 5731424
Piódão Ferienwohnung mit Frühstück
Casa do Algar, Tel: (+351) 235731464 - an der Landstraße EM 508-1 neben einer Bergquelle
Casa Malhadinhas, Tel: (+351) 235731464 - Rua Padre Miguel Pedro Fontainho
Casa da Aldeia, Tel: (+351) 235731424 - Avenida da Comissão de Melhoramento do Piódão
Casa da Padaria, Tel: (+ 351) 235732773 - Rua Manuel Nunes Pacheco
Hotel Inatel Piodão
Dieses aus Naturmaterial erbaute, perfekt in die Landschaft eingebettete Berghotel befindet sich auf einem Piodão gegenüberliegendem Berg und herrlichem Blick auf das Dorf und die Berge ringsrum. Vorhanden sind 27 Zimmer, eine Bar, Restaurant, ein überdachtes Schwimmbad, Sauna, Jacuzzi, Sportcenter, Spielzimmer, Versammlungsraum und Wi-Fi. Ort: Piodão
Koordenaten GPS: 40º 13’ 51” N | 7º 49’ 48’ O, Email: inatel.piodao@inatel.pt
http://www.inatel.pt

Piodão
Foto: © Samuel Santos
Pousada « Convento do Desagravo
Das Luxushotel befindet sich in Vila Pouca da Beira
ehemaliges Kloster, heute Luxusherberge
Adresse: Calçada do Convento - Vila Pouca da Beira
Email: recepcao.desagravo@pousadas.pt
http://www.pousadas.pt
Stelle die Seite oben rechts in Deutsch ein Klicke oben links bei Region auf "Zentrum"
und dann im Feld darunter (Pousada) auf "Vila Pouca da Beira"

Landhotel Quinta da Geia
Adresse: Aldeia das Dez (Oliveira do Hospital)
http://www.quintadageia.com
Casa dos Teares
Adresse: Aldeia das Dez (Oliveira do Hospital)
http://casadosteares.no.sapo.pt
Quinta da Moenda
Adresse: im Dorf Alvoco das Várzeas
http://www.quintamoenda.com
Quinta Relva do Trigo
im Ort Ponte das Três Entradas, am Fluss Alvôco
http://www.relvadotrigo.com
camping Campingplatz
Adresse: im Ort Ponte das Três Entradas Santa Ovaia
Email: ponte3entradas@sapo.pt
http://www.pontedas3entradas.com



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