Burg Guimarães, Portugal

Burg von Guimarães

Portugal Portugal
Burg Guimarães

Burg von Guimarães



Die alte romanische Burg (damals Castelo de S. Mamede genannt) wurde in der Mitte des 10. Jahrhunderts auf Anweisung der Gräfin Mumadona gebaut (Tochter des Edelmannes Diogo Fernandes, erster Graf Portucale), um die Stadt und das Kloster vor den Angriffen der Normannen aus dem Norden über das Meer kommend und die in Coimbra stationierten Mauren zu schützen. Dazu wurde eine Anhöhe im Ort ausgewählt (Monte Largo), der einen guten Rundblick garantierte. Vermutlich bestand die erste Burganlage aus einem Turm aus geschichteten Steinen und einer Holzpalisade. Die riesigen Felsbrocken des Berges wurden in den Bau mit einbezogen und können noch heute besichtigt werden. Vermutlich wurde schon damals der Grundriss in Form eines Schutzschildes angelegt.

Burg von Guimaraes
Burg von Guimarães
Burg von Guimaraes
Burgturm

Burg von Guimaraes
Afonso Henriques
Burg von Guimaraes

Heinrich von Burgund, der die Grafschaft durch seine Heirat mit D. Teresa de Leão, Tochter des galizischen König Alfons VI erhielt, befand 100 Jahre später die Wehrburg als zu klein und ließ auf den Grundmauern der alten Burg eine neue mit verstärkten und höheren Mauern sowie den mächtigen Hauptturm errichten. Er ließ auch auf der Ost-und Westseite je ein Tor einbauen. Hier wurde im Jahre 1109 sein Sohn Afonso Henriques geboren, der die Stadt nach der Schlacht gegen seine Mutter am 24. Juni 1128 auf dem Schlachtfeld "S. Mamede" direkt neben der Burg und nach vielen zermürbenden Kämpfen gegen die Mauren zur ersten Hauptstadt Portugals auserkor. Er wurde der erste König Portugals, vom damaligen Gebiet zwischen dem Minho und dem Tejo. In der Regierungszeit von König Dinis war wegen Unstimmigkeiten zwischen selbem und seinem Sohn, dem späteren König Alfonso IV. erneut ein Umbau der Burg notwendig geworden. Der letzte Umbau in Form der zwei Türme, die das Eingangstor flankieren, erfolgte in der Regierungszeit von König D. João I.

In den folgenden Jahrhunderten diente die Burg ihrem Zweck, verlor jedoch ab dem 15. Jahrhundert an Bedeutung. Sie wurde als Stadtgefängnis und Strohspeicher genutzt. Einige Mauern wurden abgerissen und zum Umbau der Kirche "São Miguel da Oliveira" verwendet. Im Jahre 1836 schlug die Stadtversammlung vor, die Burg ganz abzureißen und die Steine für die Pflasterung der Straßen von Guimarães zu nutzen. Der Vorschlag wurde bei der Auszählung mit nur einer Gegenstimme abgewehrt. Einige Jahre später wurde dann doch der Turm "São Bento" abgerissen und die Granitsteine für andere Bauten verwendet. In der Regierungszeit von König D. Luís (1861-1889) verbot man, Steine aus der Burgruine (als einzige ihrer Art in der Minho-Region) zu entwenden und am 27. August 1908 stellt man sie unter Denkmalschutz.

Der Bergfried (Torre de Menagem) hat eine Höhe von 27 m. Die Burganlage gilt als eine der besterhaltenen romanischen Festungen Portugals. Salazar ließ 1940 neben dem Bragança-Palast auch die Burg restaurieren. Die Außenmauern sind zinnen- und turmbewehrt und umschließen einen kleinen dreieckig gestalteten Burghof.
Über eine kleine Hängebrücke gelangt man in den unteren Teil des Turmes. Dort gibt es einen Souvenierladen und wer einige Euros ausgeben will, kann auf den Turm hinaufsteigen, von dem man eine wunderbare Aussicht auf Guimarães und die umliegenden Berge hat.
Die Burg gehört zu den "Sieben schönsten Denkmälern" des Landes.

Burg von Guimaraes
Burg von Guimarães mit damaliger Fahne in blau und weiß von Portugal

Alfons I. (1109 - 1185)
war Graf von Portucalia, Vasall des Königreiches León und erster König von Portugal. Als Heinrich von Burgund starb, war Alfons erst drei Jahre alt, so dass seine Mutter Theresia von Kastilien die Regentschaft übernahm, die sie auch Kraft der von ihrem Vater verfügten Mitregentschaft erhielt. Dona Teresa verfolgte ihre eigenen Pläne, die aus einer Vereinigung der Grafschaft Portucalia mit Galicien bestand, was auf großen Widerstand in der Grafschaft Portucalia stieß. Alfons wurde 1120 von Paio Mendes da Maia, dem Erzbischof von Braga überredet, sich der Grafschaft Portucalia zu verpflichten, worauf Dona Teresa ihn zusammen mit dem Erzbischof vom Hof verbannte. Er stellte sehr jung noch mit Hilfe seiner Gefolgsleute eine eigene Armee auf und begann einen Kampf gegen seine Mutter. Nachdem er noch im Jahr 1127 von seinem Cousin König Alfons VII. von León und Kastilien von der militärischen Einnahme von Guimarães, der Residenzstadt seiner Mutter, abgehalten wurde, kam es 1128 in São Mamede, nahe Guimerães zur Schlacht zwischen seinen und den Truppen seiner Mutter aus der er siegreich hervorging. Seine Mutter verbannte er in ein Kloster. In den folgenden Jahren kämpfte Alfons mit Erfolg gegen die Mauren.

Im Jahre 1139 fügte er den Mauren in der Schlacht von Ourique, im südlichen Teil des Alentejo, eine große Niederlage bei und rief sich zum König von Portugal aus. Sein alter Gefolgsmann Paio Mendes, der Erzbischof von Braga, überreichte ihm die Krone. Dies führte zum Bruch mit Alfons VII. von León und Kastilien, da die Grafschaft aus dessen Königreich ausschied. Alfons war in vielen Aspekten auf die Hilfe der Kirche angewiesen. Einerseits stand immer noch die Zustimmung des Papstes für sein neu geschaffenes Königtum aus und andererseits benötigte er die Unterstützung bei der Rechristianisierung des den Mauren abgerungen Gebietes. So holte er den Tempelorden und auch die im 12. Jahrhundert unter der Führung von Bernhard von Clairvaux besonders aufblühenden Zisterzienser ins Land und versah sie mit großen Stiftungen, wie bei den Templern mit Tomar und großen Teilen des Alentejos oder den Zisterziensern mit Alcobaça, wo eines der größten und mächtigsten Klöster des Ordens entstand. Und förderte das Bistum Braga, dem er verpflichtet war. Die Hauptstadt seines neu geschaffenen Reiches verlegte er nach Guimaraes, dort wo er geboren wurde. Begraben ist Alfons jedoch in Coimbra.



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